Kartoffeln anbauen: Warum sich das für Dich lohnt

Kartoffeln sind ein beliebtes Gemüse für den eigenen Anbau. Sie sind robust, einfach zu pflanzen und liefern eine gute Ernte. Selbst in einem Hochbeet, einem kleinen Beet oder einem großen Kübel auf dem Balkon gelingt der Anbau. So hast Du wochenlang frische Knollen aus eigener Ernte.
Mit der richtigen Sortenwahl kannst Du nicht nur frische Sommerkartoffeln ernten. Du sicherst Dir auch Vorräte für den Winter. Viele Sorten sind gut lagerfähig und halten bis ins Frühjahr. Das macht Kartoffeln zu einem zentralen Gemüse für die Selbstversorgung – unabhängig von der Größe Deines Gartens.
In diesem Beitrag erhältst Du eine Anleitung für den erfolgreichen Anbau. Wir behandeln alles: von der richtigen Sorte über die Pflege bis zur Lagerung. Am Ende gibt es ein einfaches Rezept für Kartoffelsalat, das perfekt zu Deinem nächsten Grillabend passt.
Kartoffeln anbauen: Das spricht für den Eigenanbau
Kartoffeln sind ein anpassungsfähiges Gemüse. Sie wachsen zuverlässig und liefern in der Regel einen Ertrag von etwa einem halben bis ganzem Kilo Knollen pro Pflanze.
Ein wichtiger Vorteil ist die Lagerfähigkeit. Mit späten Sorten kannst Du Vorräte für den Winter sichern. Frühe Sorten können direkt im Sommer geerntet werden. Dies macht Kartoffeln zu einem wichtigen Bestandteil der Selbstversorgung.
Die besten Sorten für Garten & Balkon
Bei Kartoffeln ist die richtige Sorte wirklich wichtig. Sie bestimmt den Geschmack, den Reifezeitpunkt und wie gut Du sie lagerst. Hier sind fünf Sorten, die ich im Garten gut finde:
Laura Du erkennst sie sofort an ihrer roten Schale und dem tiefgelben Fleisch. Sie ist vorwiegend festkochend, wird mittelfrüh reif und bringt sichere Ernten. Sie passt zu vielen Gerichten – vom Kartoffelsalat bis zum Gratin. Du lagerst Laura sehr gut und kannst sie auch in großen Kübeln anbauen.
Linda ist eine alte, beliebte, festkochende Sorte. Sie liefert eine gute Ernte und ihr cremiger Geschmack macht sie sehr vielseitig für Salate, Pellkartoffeln und Bratkartoffeln. Bei der Lagerung hält Linda ihre gute Qualität über Monate.
Agria ist eine späte, mehligkochende Sorte mit besonders großen Knollen. Ihr feiner Geschmack ist ideal für Püree, Pommes oder Ofenkartoffeln. Sie wächst langsamer und ist erst ab August reif. Dafür lässt sie sich sehr lange lagern. Damit sicherst Du Dir Deine Wintervorräte.
Adretta ist eine frühe bis mittelfrühe, mehligkochende Sorte. Sie wurde 2009 zur „Kartoffel des Jahres“ gewählt, ist robust und nicht anfällig für Fäulnis. Du lagerst sie für eine frühe Sorte erstaunlich gut. So erntest Du schon im Juli und planst gleichzeitig Vorräte für den Winter.
Das Bamberger Hörnchen ist eine alte Sorte aus Franken. Du erkennst sie an ihrer langen, leicht gebogenen Form. Sie ist festkochend und hat einen guten, nussigen Geschmack. Die Ernte ist zwar kleiner als bei anderen Sorten, aber für Feinschmecker ist sie perfekt. Sie wächst auch gut im Kübel.
Tipp: Wähle eine frühe Sorte zum Direktverzehr und eine späte, lagerfähige Sorte für den Vorrat – so bist Du das ganze Jahr mit Kartoffeln versorgt.
Pflanzzeit und Standort
Kartoffeln sind sehr empfindlich. Sie vertragen absolut keinen Frost. Pflanze sie deshalb erst, wenn der Boden mindestens 8–10 °C warm ist.
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Der Zeitplan: In warmen Gebieten kannst Du schon Anfang April pflanzen. In kühleren Gebieten warte besser bis Ende April oder Anfang Mai. Ganz sicher bist Du nach den Eisheiligen Mitte Mai.
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Der Platz: Der Standort sollte sonnig sein. Der Boden muss locker, tief und reich an Nährstoffen sein. Feste Erde verbesserst Du ganz einfach mit Sand und Kompost.

Pflanzkartoffeln vorbereiten & pflanzen
Deine Pflanzen wachsen schneller, wenn Du die Pflanzkartoffeln vorkeimst. Das ist ein einfacher Trick, der sich total lohnt. Lege sie dafür etwa vier Wochen vor dem Pflanzen in Eierkartons. Stelle die Kartons an einen hellen, kühlen Ort (10–15 °C). Nach wenigen Tagen siehst Du kräftige, kurze Keime.
Sehr große Pflanzkartoffeln kannst Du teilen. Achte darauf, dass jedes Stück mindestens ein Auge hat. Mein Tipp: Bestäube die Schnittflächen mit Holzasche oder Pflanzenkohle. Lass die Stücke ein bis zwei Tage trocknen. Dann bildet sich eine Schutzschicht aus Kork. Das schützt die Stücke zuverlässig vor Fäulnis.
So pflanzt Du Kartoffeln:
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Ziehe Reihen mit 60–70 cm Abstand.
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Lege die Knollen im Abstand von 30–40 cm in die Reihe.
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Die Pflanztiefe ist 8–10 cm, die Keime zeigen nach oben.
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Bedecke die Knollen mit Erde und drücke sie leicht an.
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Gieße nur, wenn der Boden sehr trocken ist.
Pflege, Ernte und Lagerung
Pflege
Wenn die Pflanzen etwa 15–20 cm hoch sind, häufelst Du Erde an den Seiten an. Nur die Blattspitzen schauen noch heraus. Wiederhole das nach zwei bis drei Wochen. So bleiben die Knollen dunkel und bilden mehr Ertrag.
Kartoffeln brauchen gleichmäßig Wasser, aber keinen nassen Boden. Gieße in trockenen Zeiten lieber seltener, aber dafür kräftig. Suche nach Kartoffelkäfern: Ihre orangen Eier kleben auf den Blattunterseiten. Diese Eier streifst Du einfach mit der Hand ab.
Ernte:
Frühkartoffeln sind reif, wenn die Schale noch dünn ist. Sie sind nicht lagerfähig, sondern direkt für die Küche gedacht.
Lagersorten erntest Du, wenn die Blätter braun und trocken sind. Die Schale ist dann fest. Hebe die Pflanzen vorsichtig mit einer Grabegabel aus dem Boden. Verletzungen solltest Du vermeiden, da die Knollen sonst schnell faulen.
Lagerung:
Kartoffeln bleiben lange haltbar, wenn Du sie richtig lagerst:
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Dunkel & kühl: Ideal sind 4–8 °C, zum Beispiel im Keller oder in einem Schuppen ohne Frost.
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Luftig: in Holzkisten oder Säcken aus Jute, niemals in Plastik.
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Trocken: Lass die Knollen nach der Ernte einen Tag trocknen. Bürste sie nur ab, wasche sie nicht.
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Sortieren: Knollen mit Verletzungen sofort in der Küche nutzen.
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Nicht neben Obst lagern: Äpfel und Birnen geben Gas (Ethylen) ab. Das Gas lässt die Kartoffeln schneller keimen.
So bleiben Sorten wie Agria oder Laura oft bis ins Frühjahr frisch.
Rezeptidee: Kartoffelsalat für die Grillzeit
Mit den selbst angebauten Kartoffeln schmeckt dieser Salat am besten. Das ist mein bestes Rezept für Grillabende, weil es ohne Mayonnaise auskommt. Dadurch schmeckt er frisch, würzig und bleibt auch bei Wärme lange gut.
So geht’s:
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Kartoffeln vorbereiten: Koche etwa 1 kg festkochende Kartoffeln (zum Beispiel Linda) mit Schale. Schäle sie, solange sie noch warm sind, und schneide sie in Scheiben.
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Dressing anrühren: Verrühre 200 ml heiße Gemüsebrühe mit 3–4 EL Apfelessig, 1 TL Senf, 1 TL Zucker, etwas Salz und Pfeffer. Zum Schluss gibst Du 3 EL Pflanzenöl dazu. Gieße das Dressing über die warmen Kartoffeln und lass sie abkühlen.
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Zutaten ergänzen: Jetzt kommen frische Zutaten in den Salat: eine kleine Salatgurke und eine Handvoll Radieschen in dünnen Scheiben. Dazu frische Kräuter wie Schnittlauch und Petersilie. Vermische alles vorsichtig und lass den Salat mehrere Stunden ziehen.

Mein Fazit
Du siehst: Kartoffeln anbauen ist wirklich nicht schwer. Mit der richtigen Sorte, etwas Pflege und einfachen Handgriffen sicherst Du Dir eine Ernte für viele Monate.
Frühkartoffeln genießt Du im Sommer, späte Sorten füllen Deinen Vorratskeller bis ins Frühjahr.
Schon nach der ersten Saison kannst Du Deine eigene Ernte in der Küche genießen. Ob als klassische Beilage oder als frischer Kartoffelsalat zum Grillen. Der Anbau von Kartoffeln ist zuverlässig und bringt Dich der Selbstversorgung ein Stück näher.



