Bohnen pflanzen: Der komplette Guide für Anfänger

Bohnen pflanzen

Bohnen gehören zu den absoluten Basis-Kulturen im Gemüsegarten und sind das ideale Gemüse für den Einstieg in die Selbstversorgung. Wer Bohnen pflanzen möchte, profitiert dabei von einem schnellen Wachstum, einer enormen Ertragsdichte und einer sehr unkomplizierten Pflege. Ob in einem großen Gartenbeet, im Hochbeet oder in einem ausreichend großen Kübel auf dem Balkon – Bohnen passen sich fast jedem Standort an.

In diesem Artikel schauen wir uns die grundlegenden Schritte an. Von der Entscheidung zwischen Busch- und Stangenbohne über die richtige Aussaat bis hin zur Ernte erfährst du, worauf es in der Praxis wirklich ankommt und wie du typische Anfängerfehler vermeidest.

Buschbohne oder Stangenbohne: Welche passt zu dir?

Bevor du zum Saatgut greifst, musst du dich zwischen den zwei Hauptarten entscheiden. Beide Sorten schmecken hervorragend, unterscheiden sich jedoch in ihrem Wuchs und der Erntedynamik fundamental.

Buschbohnen wachsen buschig und kompakt, werden dabei nur 30 bis 60 cm hoch. Sie brauchen absolut keine Kletterhilfe und sind deshalb ideal für Balkon und Hochbeet. Der große Vorteil ist die konzentrierte Ernte – meist sind alle Bohnen innerhalb von zwei bis drei Wochen reif. Das ist perfekt, wenn du große Mengen auf einmal einkochen oder einfrieren möchtest.

Stangenbohnen klettern hingegen stark und werden leicht zwei bis drei Meter hoch. Sie benötigen deshalb zwingend eine stabile Rankhilfe. Dafür sind sie extrem platzsparend am Boden und liefern einen deutlich höheren Ertrag. Der größte Vorteil ist dabei die verlängerte Ernteperiode – sie bilden über Monate hinweg immer wieder neue Bohnen nach.

Mein Sorten-Tipp für Buschbohnen ist ‚Saxa‘ (grün) oder ‚Purple Teepee‘ (lila, wird beim Kochen grün). Bei Stangenbohnen empfehle ich ‚Blauhilde‘ (lila, fadenlos) oder ‚Neckarkönigin‘ (grün).

Standort und Boden: Was Bohnen zum Wachsen brauchen

Bohnen sind absolute Sonnenanbeter. Das ist die wichtigste Grundregel für den Anbau. Man sucht ihnen einen Platz im Garten, der zwingend mindestens sechs Stunden direkte Sonne pro Tag bekommt. Die Faustregel lautet dabei: Je mehr Sonne die Pflanze tankt, desto besser und reicher fällt später die Ernte aus.

Der Boden ist das zweite entscheidende Kriterium. Er sollte schön locker und durchlässig sein, damit überschüssiges Regenwasser schnell abfließen kann. Bohnen reagieren nämlich auf Staunässe extrem empfindlich und fangen an den Wurzeln schnell an zu faulen.

Für schwere, lehmige Böden arbeitet man vor der Aussaat unbedingt etwas Sand und reifen Kompost ein, um die Struktur aufzubrechen. Für den Balkonanbau ist eine hochwertige, torffreie Bio-Gemüseerde die beste Basis.

Bohnen düngen den Boden von selbst!

Bohnen sind nicht nur pflegeleicht, sie verbessern auch aktiv deinen Gartenboden. Als Leguminosen gehen sie eine Symbiose mit sogenannten Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln ein. Diese Bakterien filtern den Stickstoff direkt aus der Umgebungsluft und binden ihn in der Erde. Bohnen düngen sich dadurch quasi selbst und hinterlassen den Boden für die nachfolgenden Kulturen (wie etwa Kohl) deutlich fruchtbarer.

Der richtige Zeitpunkt: Wann Bohnen nach draußen dürfen

Bohnen sind enorm frostempfindlich. Man sät sie deshalb erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) direkt nach draußen. Erst dann ist der Boden ausreichend erwärmt – mindestens 10 bis 12°C, besser 15°C. Bei kälteren Temperaturen faulen die Samen in der nassen Erde, bevor sie überhaupt keimen können.

Die optimale Keimtemperatur liegt bei etwa 20°C. Bei diesen warmen Bedingungen zeigen sich bereits nach sieben bis zehn Tagen die ersten kräftigen Keimblätter. Um die Erntezeit zu verlängern, kann man bis Mitte Juli in Etappen immer wieder neue Reihen aussäen (Folgesaat).

Bohnen richtig aussäen: So geht’s Schritt für Schritt

Das Pflanzen der Bohnen dauert nur wenige Minuten. Da Bohnen das Umpflanzen und Verletzungen an der Wurzel überhaupt nicht mögen, werden sie nicht im Haus vorgezogen, sondern immer direkt ins Freiland gesät.

Die Aussaat von Buschbohnen:

  • Lockere die Erde an der gewünschten Stelle gründlich auf
  • Ziehe mit einem Stock eine etwa 2-3 cm tiefe Rille in die Erde
  • Lege alle 5-8 cm eine einzelne Bohne in diese Rille
  • Halte zwischen den einzelnen Reihen einen Abstand von etwa 40 cm ein
  • Bedecke die Bohnen mit Erde und drücke sie leicht an
  • Gieße das Beet durchdringend an

Die Aussaat von Stangenbohnen:

  • Baue zuerst deine Kletterhilfe stabil auf
  • Stecke im Kreis um jede Stange herum etwa 5-7 Bohnen in den Boden
  • Die Saattiefe liegt auch hier bei etwa 2-3 cm
  • Bedecke sie locker mit Erde und drücke sie leicht fest
  • Gieße durchdringend an

Profi-Tipp: Lege die Bohnensamen vor der Aussaat über Nacht in lauwarmes Wasser oder Kamillentee. Das weicht die harte Schale auf und beschleunigt die Keimung enorm.

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Rankhilfen für Stangenbohnen bauen

Stangenbohnen haben keinen eigenen Halt und brauchen zwingend eine stabile Kletterhilfe. Wenn die Pflanzen im Hochsommer voller Blätter und Bohnen hängen, bieten sie dem Wind nämlich eine große Angriffsfläche.

Das klassische Tipi: Man bindet drei oder vier lange Bambusstangen (etwa 2,50 m lang) an der Spitze fest zusammen. Das ist extrem stabil und sieht im Beet sehr dekorativ aus.

Das Reihengerüst: Man steckt stabile Stangen im Abstand von etwa 80 cm tief in den Boden und verbindet sie oben mit einer Querstange. Alternativ kann man auch ein Rankgitter aus Metall* verwenden, das sich besonders gut für längere Reihen eignet.

Am Balkon: Man befestigt ein klassisches Rankgitter fest an der Hauswand oder spannt reißfeste Juteschnüre vom Kübel aus senkrecht nach oben.

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Die richtige Pflege für eine reiche Ernte

Bohnen verlangen dem Gärtner im Sommer nicht viel ab. Werden die folgenden Punkte beachtet, steht einer üppigen Ernte nichts im Weg.

Richtig gießen: Man hält die Erde nach der Aussaat mäßig feucht. Der Wasserbedarf steigt jedoch sprunghaft an, sobald die Pflanzen zu blühen beginnen und die Hülsen ansetzen. Man gießt dabei immer direkt unten am Wurzelhals und vermeidet es, die Blätter nass zu machen, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.

Düngen: Wie bereits erwähnt, versorgen sich Bohnen selbst mit Stickstoff. Eine kleine Gabe reifer Kompost bei der Bodenvorbereitung reicht völlig aus. Zusätzlicher Dünger würde nur zu einer massiven Blattmasse führen, aber kaum zu Bohnen.

Anhäufeln: Wenn Buschbohnen etwa 10-15 cm hoch gewachsen sind, zieht man die Erde von der Seite leicht an die Stängel heran (anhäufeln). Das gibt den Pflanzen deutlich mehr Standfestigkeit im Wind und regt die Bildung zusätzlicher Wurzeln an.

Mischkultur: Gute und schlechte Nachbarn

Eine durchdachte Nachbarschaft im Gemüsebeet schützt die Bohnen auf natürliche Weise vor Krankheiten und Schädlingen.

Gute Nachbarn: Bohnenkraut (der intensive Geruch hält die lästige Schwarze Bohnenlaus fern), Gurken, Tomaten, Kopfsalat, Erdbeeren und Rote Bete.

Schlechte Nachbarn: Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Erbsen und Fenchel. Die Wurzelausscheidungen dieser Pflanzen hemmen das Wachstum der Bohnen.

Mehr über clevere Pflanzenkombinationen erfährst du in unserem ausführlichen Artikel über Mischkultur im Gemüsegarten.

Wichtiger Hinweis: Rohe Bohnen sind giftig!

Gartenbohnen enthalten von Natur aus den Eiweißstoff Phasin. Dieser Stoff ist für den Menschen giftig und führt roh verzehrt zu schweren Magen-Darm-Problemen. Man isst Bohnen deshalb niemals roh vom Strauch! Durch ausreichendes Erhitzen (mindestens 10-15 Minuten kochen oder braten) wird das Phasin jedoch vollständig abgebaut und die Bohnen sind absolut gesund und bekömmlich.

Endlich ernten: So erkennst du den richtigen Zeitpunkt

Etwa 8-10 Wochen nach der Aussaat ist der Moment gekommen. Man kann die ersten Bohnen ernten.

Man pflückt die Bohnen unbedingt, wenn sie noch jung und zart sind. Sie sollten beim absichtlichen Brechen mit den Fingern glatt und hörbar knackig durchbrechen. Wenn sich die innenliegenden Kerne bereits deutlich als dicke Beulen durch die Schale abzeichnen, sind die Hülsen oft schon zäh und bilden harte Fäden.

Die wichtigste Regel bei der Ernte lautet deshalb: Man pflückt regelmäßig, idealerweise alle zwei bis drei Tage. Je konsequenter man erntet, desto schneller schiebt die Pflanze neue Blüten und frische Bohnen nach. Das ist das absolute Geheimnis für eine wochenlange, reiche Ernte.

Für die Ernte empfiehlt sich eine scharfe Gartenschere*, mit der man die Hülsen sauber abschneiden kann, ohne die Pflanze zu beschädigen.

Bohnen pflanzen

Häufige Fragen zum Bohnenanbau

Kann ich Bohnen auch auf dem Balkon anbauen?
Ja, das funktioniert hervorragend. Besonders kompakte Buschbohnen eignen sich perfekt für Kübel. Man wählt ein Gefäß, das mindestens 10-15 Liter fasst und zwingend ein Abflussloch besitzt. Auch Stangenbohnen wachsen im großen Topf, sofern man ihnen eine stabile Kletterhilfe nach oben anbietet.

Warum werden die Blätter meiner Bohnen plötzlich blass und gelb?
Gelbe Blätter deuten bei Bohnen fast immer auf einen falschen Wasserhaushalt hin. Entweder stehen die Wurzeln in ständiger Staunässe und faulen, oder die Pflanze ist schlichtweg vertrocknet. Man prüft den Boden in ein paar Zentimetern Tiefe mit dem Finger, um die Gießmenge anzupassen.

Muss oder kann ich Bohnen im Haus vorziehen?
Nein, das ist weder nötig noch empfehlenswert. Bohnen besitzen ein sehr empfindliches Wurzelwerk und reagieren auf das spätere Umpflanzen oft mit Wachstumsstopps. Man sät sie immer direkt ab Mitte Mai in das vorbereitete Beet draußen.

Wie viele Pflanzen brauche ich für eine ganze Familie?
Als grobe Faustregel gilt: Eine gut gepflegte, drei Meter lange Reihe Buschbohnen oder ein Tipi mit acht bis zehn Stangenbohnen versorgen eine vierköpfige Familie gut über den Sommer mit frischem Gemüse.

Bohnen zu pflanzen ist absolut kein Hexenwerk und garantiert gerade Einsteigern extrem schnelle Erfolge im Garten. Mit einem ausreichend sonnigen Standort, etwas Wasser zur richtigen Zeit und der regelmäßigen Ernte versorgt dich dieses robuste Gemüse den ganzen Sommer über.

 

Wenn du nach der Bohnenernte wissen möchtest, wie du deinen Gartenboden optimal für die nächste Saison vorbereitest, schau dir unseren Guide zum Kompost anlegen an. Viel Erfolg und Freude bei deiner Bohnenernte!

 

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