Rhabarberkompott selber machen, das Grundrezept

Rhabarberkompott selber machen ist die einfachste Methode, um die kurze Saison von April bis Juni das ganze Jahr über im Vorrat zu haben. Du brauchst dafür nur drei Grundzutaten und etwa eine Stunde Zeit.
In diesem Guide bekommst du das klassische Grundrezept, drei Variationen und alle wichtigen Infos zur Haltbarkeit. Plus die Fehler, die ich in meiner Anfangszeit gemacht habe, damit dir das gleiche erspart bleibt.
Welcher Rhabarber eignet sich am besten für Kompott
Für Kompott bevorzuge ich rotstielige Sorten. Sie schmecken milder, enthalten weniger Oxalsäure und geben deinem Kompott eine schöne rosarote Farbe. Bei meinen ersten Versuchen habe ich einfach genommen, was im Garten war, und mich gewundert, warum mein Kompott graubraun statt rosa wurde.
Diese Sorten haben sich bei mir bewährt:
- Holsteiner Blut, eine der bekanntesten Sorten mit roter Schale und leicht rötlichem Fleisch, mild im Geschmack.
- Frambozen Rood, intensiver Himbeer-Duft, weichfleischig und sehr aromatisch. Die Stiele kannst du sogar ungeschält verwenden.
- Canada Red, kräftig rot durchgefärbt und nicht faserig, daher kein Schälen nötig.
Generell gilt, je röter die Stange, desto süßer der Geschmack und desto weniger Oxalsäure. Wenn du selbst über die richtige Sorte für deinen Garten nachdenkst, findest du in meinem ausführlichen Artikel zum Rhabarber pflanzen und pflegen alle Infos zu Standort, Pflege und den passenden Sorten.
Der Erntezeitpunkt ist genauso wichtig wie die Sorte. Geerntet wird traditionell nur bis zum 24. Juni, dem Johannistag. Danach steigt der Oxalsäuregehalt deutlich an, und die Pflanze braucht eine Ruhephase für die nächste Saison.
Klassisches Grundrezept für Rhabarberkompott
Das ist mein Standardrezept, das immer funktioniert. Es ergibt etwa drei bis vier Gläser à 250 ml.
Zutaten:
- 1 kg Rhabarber (geputzt gewogen)
- 200 g Zucker
- 100 ml Wasser
- 1 Vanilleschote oder 1 TL Vanillemark
Bei der Vanille mache ich keine Kompromisse mehr. Ich nutze ausschließlich echte Bourbon Vanilleschoten*, weil der Geschmacksunterschied zu Vanillezucker einfach riesig ist. Eine Schote reicht für ein ganzes Rezept und gibt dem Kompott diese fast schon dessertartige Tiefe.
So gehst du vor:
- Rhabarber waschen und die Enden abschneiden.
- Bei jungen, dünnen Stangen reichen ein paar abgezogene Fasern. Bei älteren, dickeren Stangen die Schale abziehen, dafür das Messer am unteren Ende ansetzen und die Fasern nach oben wegziehen.
- Stangen in etwa zwei Zentimeter lange Stücke schneiden.
- Mit Zucker vermengen und mindestens 30 Minuten ziehen lassen, der Rhabarber zieht in dieser Zeit Saft.
- Vanilleschote längs aufschlitzen, das Mark herauskratzen, beides zusammen mit dem Wasser zum Rhabarber geben.
- Bei mittlerer Hitze aufkochen und etwa fünf bis zehn Minuten köcheln lassen, bis die Stücke weich sind, aber noch nicht zerfallen.
Bei mir sind genau zehn Minuten der perfekte Punkt. Länger und du hast Mus statt Kompott. Wenn du es lieber stückig magst, geh auf sieben Minuten runter.

So machst du dein Rhabarberkompott haltbar
Hier wird die Haltbarkeit entschieden, und Sauberkeit ist alles. Mein erster Anlauf war ein Desaster, weil ich die Gläser nur mit warmem Wasser ausgespült hatte. Drei Wochen später hatte ich Schimmel im Glas.
So geht es richtig:
- Saubere Schraubgläser oder Weckgläser im Backofen bei 130 Grad für etwa 15 Minuten sterilisieren.
- Deckel separat in kochendem Wasser fünf Minuten auskochen.
- Heißes Kompott bis etwa zwei Zentimeter unter den Rand einfüllen.
- Ränder mit einem sauberen Tuch abwischen.
- Sofort verschließen und kurz auf den Kopf stellen, das schafft ein Vakuum.
Für noch mehr Haltbarkeit empfehle ich das Einkochen im Wasserbad. Dazu stellst du die verschlossenen Gläser in einen großen Topf, füllst Wasser ein, bis die Gläser zu drei Vierteln bedeckt sind. Dann bei 90 bis 100 Grad etwa 30 Minuten einkochen.
Wenn du regelmäßig größere Mengen verarbeitest, lohnt sich ein elektrischer Einkochautomat*. Das Gerät hält die Temperatur konstant, du musst nicht aufpassen, und du kannst gleichzeitig zehn bis zwölf Gläser einkochen. Bei mir war das eine der besten Anschaffungen für die Vorratskammer.
Praktisch sind außerdem ein Set Einmachgläser mit Bügelverschluss* und ein Glasheber* zum Herausnehmen der heißen Gläser, das spart dir verbrannte Finger.
Wie lange ist Rhabarberkompott haltbar
Die Haltbarkeit hängt von drei Dingen ab. Sauberkeit der Gläser, Zuckergehalt und Lagerung.
Bei meiner Standardrezeptur mit 200 g Zucker pro Kilo Rhabarber hält sich das Kompott bei dunkler, kühler Lagerung etwa sechs bis neun Monate. Mit weniger Zucker verkürzt sich die Haltbarkeit auf drei bis vier Monate. Geöffnet hält sich das Kompott im Kühlschrank etwa eine Woche, immer mit einem sauberen Löffel entnehmen.
Mein Lagerplatz ist ein dunkles Regal im Keller bei etwa 12 Grad. Wer keinen Keller hat, kann auch einen kühlen Schrank nehmen. Wichtig ist nur, dass die Gläser kein direktes Sonnenlicht abbekommen, sonst dunkelt das Kompott nach und verliert an Aroma.
Wenn ein Glas sich nicht richtig verschlossen hat, merkst du das am fehlenden Plopp beim Öffnen, der Deckel sollte leicht eingedrückt sein. Verfärbt sich das Kompott, riecht komisch oder bildet sich Schimmel, weg damit. Da gehe ich kein Risiko ein.
Variationen für mehr Abwechslung im Vorratsregal
Wenn das Grundrezept sitzt, kommt der spaßige Teil. Mit ein paar Anpassungen bekommst du ganz unterschiedliche Geschmacksrichtungen.
Rhabarberkompott mit Erdbeeren
Das ist mein absoluter Favorit. Die Erdbeeren mildern die Säure und geben dem Kompott eine fast pinke Farbe. Ich nehme 600 g Rhabarber und 400 g Erdbeeren auf 150 g Zucker. Die Erdbeeren erst dazugeben, wenn der Rhabarber schon fast weich ist, sonst zerfallen sie zu Mus.
Rhabarberkompott zuckerfrei oder zuckerreduziert
Funktioniert gut, hat aber eine kürzere Haltbarkeit. Statt Zucker nehme ich gerne 100 ml Apfelsaft plus zwei Esslöffel Honig oder Agavendicksaft. Das Kompott wird nicht so süß, schmeckt aber wunderbar fruchtig. Hält sich allerdings nur etwa zwei bis drei Monate.
Rhabarberkompott mit Puddingpulver
Wer es etwas dickflüssiger mag, rührt am Ende einen halben Teelöffel Vanillepuddingpulver mit kaltem Wasser an und gibt es zum Kompott. Kurz aufkochen lassen, fertig. Das Kompott bekommt eine cremige Konsistenz, die perfekt auf Pancakes oder Waffeln passt.
Wenn du noch mehr aus deinem Rhabarber rausholen möchtest, findest du in meinem Artikel Rhabarbersirup selber machen ein weiteres Rezept, das sich super als Vorrat eignet und herrlich in Mineralwasser oder Sekt schmeckt.

Was du über Rhabarber und Oxalsäure wissen solltest
Dieses Thema wird oft heißer gegessen als gekocht. Rhabarber enthält Oxalsäure, das stimmt. Aber der Gehalt ist bei normaler Verzehrmenge unbedenklich.
Konkret heißt das: Die Rhabarberblätter enthalten mit etwa 700 mg pro 100 g deutlich mehr Oxalsäure als die Stiele mit rund 300 mg. Deshalb gehören die Blätter immer auf den Kompost und nie ins Kompott.
Drei Tricks, mit denen du den Oxalsäuregehalt zusätzlich reduzieren kannst:
- Nur bis Ende Juni ernten, danach steigt der Gehalt deutlich an.
- Schälen, denn in der Schale steckt mehr Oxalsäure als im Stielinneren.
- Blanchieren, das Kochwasser bindet einen Teil der Säure und wird weggeschüttet.
Für gesunde Erwachsene ist der Verzehr in normalen Mengen problemlos. Vorsichtig sollten nur Menschen mit Nierenproblemen, Eisenmangel oder einer Neigung zu Nierensteinen sein. Die kombinieren Rhabarber dann besser nicht mit eisenreichen Mahlzeiten, weil Oxalsäure die Eisenaufnahme blockieren kann.
Häufige Fehler beim Rhabarberkompott
Das hier sind die Stolperfallen, in die ich selbst getappt bin. Wenn du sie kennst, klappt dein erstes Kompott garantiert.
Fehler 1: Zu lange kochen
Rhabarber wird in Minuten weich. Wer zu lange köchelt, hat am Ende eine homogene Matsche statt schöner Stücke. Fünf bis zehn Minuten reichen völlig.
Fehler 2: Zu wenig oder zu viel Zucker
Zu wenig Zucker und das Kompott schmeckt nach reiner Säure. Zu viel und es ist nicht mehr zu retten. Mein bewährtes Verhältnis liegt bei 150 bis 220 g Zucker pro Kilo Rhabarber, je nach Sorte und persönlichem Geschmack.
Fehler 3: Gläser nicht richtig sterilisiert
Hier gibt es kein Vertun. Ohne saubere Gläser kein haltbares Kompott. Die zehn Minuten Mehraufwand für die Sterilisation sparen dir später viel Frust.
Fehler 4: Falsche Lagerung
Helles Sonnenlicht, hohe Temperaturen, feuchte Räume. All das verkürzt die Haltbarkeit drastisch. Dunkel, kühl, trocken, das sind die drei magischen Worte.
Fehler 5: Kompott nicht heiß einfüllen
Das Kompott muss richtig heiß ins Glas, sonst entsteht kein Vakuum beim Verschließen. Ich befülle direkt vom Topf weg, ohne Zwischenschritt.

Fazit
Rhabarberkompott selber machen ist eine der dankbarsten Methoden, die kurze Saison sinnvoll zu nutzen. Mit dem klassischen Grundrezept hast du in etwa einer Stunde mehrere Gläser, die dich monatelang versorgen. Die Variationen mit Erdbeeren oder zuckerreduziert sorgen dafür, dass es im Vorratsregal nicht langweilig wird.
Wenn du selbst Rhabarber im Garten hast und die Erntemenge dieses Jahr besonders üppig ausfällt, ist Einkochen die beste Methode, um nichts zu verschwenden. Eine etablierte Pflanze liefert nach einigen Standjahren einen Ertrag zwischen drei und fünf Kilo, das gibt schon eine ordentliche Menge Vorrat.
Schnapp dir die nächste Rhabarberlieferung, ein paar saubere Gläser und probier es einfach aus. Beim nächsten Frühstück wirst du dir dafür selbst danken.
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