Tomaten pflanzen: Der ultimative Guide für eine reiche Ernte

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Tomaten gehören zu den beliebtesten Gemüsesorten im Garten. Eine selbst geerntete, sonnengereifte Tomate direkt vom Strauch schmeckt deutlich intensiver als Supermarktware. Deshalb bauen viele Hobbygärtner sie selbst an.

Allerdings haben viele Anfänger Respekt vor dieser Kultur und denken, der Anbau sei kompliziert. Das stimmt jedoch nicht. Tomaten sind zwar Starkzehrer und fordern viele Nährstoffe sowie konsequente Pflege, danken diese Mühe aber mit reichlich aromatischen Früchten.

Dieser Ratgeber begleitet Schritt für Schritt von der Sortenwahl bis zur Pflege im Hochsommer. Dabei funktionieren die Anleitungen sowohl im Garten als auch im Gewächshaus oder Topf auf dem Balkon.

Welche Tomatensorte zum Garten passt

Die Sortenwahl ist wichtig, denn sie bestimmt, ob die Pflanze für den geplanten Standort geeignet ist. Außerdem muss man die Wuchsform verstehen, um später richtig zu stützen und zu pflegen.

Die Wuchsform bestimmt die spätere Pflege

Tomatensorten unterscheiden sich botanisch vor allem durch ihr starkes Längenwachstum – und das ist der absolute Schlüssel für den Sommer. Wenn man die Wuchsform kennt, weiß man ganz genau, was die Pflanze braucht.

Sortentyp  Wuchsform & Höhe  Dein idealer Standort  Was Du beachten musst (Pflege) 
Stabtomaten   Werden sehr hoch (oft bis 3 m), wachsen nur an einem Haupttrieb. Gewächshaus oder Garten (nur mit gutem Regenschutz!) Sie brauchen Führung: Du musst sie regelmäßig ausgeizen und zwingend mit einer starken Kletterhilfe stützen.
Buschtomaten  Bleiben niedrig (meist unter 80 cm), wachsen sehr buschig und kompakt. Topf, Balkon, schmales Hochbeet Sie sind sehr pflegeleicht: Du geizt sie nicht aus! Das macht die Pflege für Anfänger extrem einfach.
Wildtomaten  Extrem robust und stark verzweigt, mit hunderten kleinen Früchten. Offener Garten, wachsen oft sogar komplett ohne Regenschutz Sie sind Überlebenskünstler: Sie sind enorm widerstandsfähig gegen typische Krankheiten wie die gefürchtete Braunfäule.

Natürlich ist die Sortenwahl auch Geschmackssache. Dennoch sollte man den Standort berücksichtigen. Für große Fleischtomaten eignet sich die alte Sorte Ochsenherz. Ihre schweren Früchte passen perfekt zu Salat. Allerdings braucht sie viel Wärme und Regenschutz – deshalb am besten im Gewächshaus anbauen. Für den Balkon sind dagegen kompakte Sorten wie Balkonzauber oder Tiny Tim ideal, weil sie kompakt bleiben und auch im kleinen Topf zuverlässig wachsen.

Tomaten Pflanzen: Der einfache Guide für reiche Ernte

Der perfekte Standort und richtige Zeitpunkt

Der ideale Standort bietet mindestens sechs Stunden pralle Sonne täglich und schützt gleichzeitig das Blattwerk vor starkem Regen.

Nach den Eisheiligen ins Beet: Man sollte erst nach Mitte Mai auspflanzen. Die Eisheiligen (ca. 11.-15. Mai) bringen in Mitteleuropa oft noch Bodenfrost, der für Tomaten tödlich ist.

Daher empfiehlt sich folgendes Vorgehen: Samen ab März oder Anfang April warm und hell im Haus vorziehen. Ab Anfang Mai stellt man die jungen Pflanzen tagsüber für einige Stunden nach draußen. Dabei beginnt man an einem schattigen, windstillen Ort, um sie langsam an Sonne und Wind zu gewöhnen.

Den richtigen Platz wählen:

Das Gewächshaus bietet das beste, wärmste Klima und ermöglicht eine lange Erntezeit bis Herbst. Allerdings ist Lüften Pflicht – man muss für Durchzug sorgen, um nasse Luft abzutransportieren und Pilzkrankheiten zu vermeiden.

Im Freiland-Garten sorgt Wind für gute Luftzirkulation und kräftiges Wachstum. Trotzdem sollte man an Regenschutz denken. Ein transparentes Tomatendach* über den Pflanzen verhindert Kraut- und Braunfäule.

Auf dem Balkon ist der Anbau im Topf flexibel. Jedoch braucht man tiefe Töpfe mit mindestens 20 Litern Volumen pro Pflanze. Außerdem sollte man einen sonnigen, windgeschützten Platz an der Hauswand wählen.

Der Tiefpflanz-Trick für starke Wurzeln

Beim Einsetzen der Jungpflanzen ist eine spezielle Technik entscheidend: Die Pflanze soll nämlich schnell starke und tiefe Wurzeln bilden, um viel Wasser aufnehmen zu können.

Zuerst entfernt man vor dem Einpflanzen alle untersten Blätter am Stiel. Dabei bleiben nur die oberen 4-6 Blätter der Krone stehen.

Anschließend gibt man eine Schicht reifen Kompost, abgelagerten Pferdemist oder organische Hornspäne* als Langzeitdünger unten ins Pflanzloch. Zusätzlich wirken zerrissene, frische Brennnesselblätter beim Zersetzen hervorragend.

Dann setzt man die Pflanze so tief in die Erde, dass der größte Teil des nackten Stiels bedeckt ist. Dadurch bildet der vergrabene Stiel in der nassen Erde sofort neue, zusätzliche Wurzeln. Folglich steht die Pflanze danach deutlich stabiler.

Wichtig ist außerdem: Man steckt die Kletterhilfe wie einen stabilen Spiralstab* oder Bambus sofort beim Pflanzen tief in die Erde direkt neben die Wurzel. Andernfalls durchbohrt man später das feine Wurzelgeflecht.

Dabei sollte man auf weiten Abstand von 60-80 cm zwischen den Pflanzen achten. Das sorgt nämlich für gute Luft und hilft, Pilzkrankheiten vorzubeugen.

Wichtige Pflege im Hochsommer

Nach dem Einpflanzen beginnt die eigentliche Arbeit. Dabei entscheidet konsequente und richtige Pflege über Gesundheit und Qualität der Ernte.

Richtig gießen ohne nasse Blätter

Falsches Gießen ist bei Anfängern der häufigste Grund für kranke Tomaten. Zwar brauchen Tomaten viel Wasser, vertragen aber keine Nässe auf ihren Blättern.

Deshalb gilt die goldene Regel: Man gießt immer nur direkt unten auf die Erde an der Wurzel mit einer Gießkanne mit langem Auslauf*, niemals über die Blätter oder an den Stiel. Sonst keimen auf feuchten Blättern sofort Sporen der Braunfäule.

Außerdem sollte man die Erde immer leicht feucht halten, jedoch nassen Sumpfboden vermeiden. Bei unregelmäßigem Gießen – wenn die Erde erst austrocknet und dann überwässert wird – platzen reifende Früchte oft auf.

Am besten gießt man in den kühlen Morgenstunden. Dann nimmt die Pflanze nämlich das Wasser über den Tag optimal auf.

Tomaten ausgeizen erklärt

Das konsequente Ausgeizen ist ein unverzichtbarer Pflegeschritt für alle Stabtomaten. Ein Geiztrieb ist dabei ein kleiner, unnötiger Seitentrieb, der immer wieder in jeder Blattachsel wächst – also im Winkel zwischen Hauptstamm und Blattstiel. Wenn diese wachsen, steckt die Pflanze nämlich Kraft in Blätter statt in Früchte.

Deshalb kontrolliert man die Pflanzen einmal pro Woche und bricht diese kleinen Geiztriebe vorsichtig mit den Fingern seitlich ab, solange sie noch weich und klein sind. Allerdings geizt man Buschtomaten und Wildtomaten niemals aus!

Nährstoffe für Starkzehrer

Tomaten brauchen den ganzen Sommer über viele Nährstoffe, um große und fleischige Früchte zu bilden. Sobald die Pflanze die ersten kleinen Früchte ansetzt, düngt man etwa alle 7-10 Tage über das Gießwasser nach.

Dabei ist Kalium besonders wichtig. Deshalb nutzt man einen speziellen Tomatendünger*, der viel Kalium enthält. Dieses Element ist nämlich entscheidend für Fruchtansatz und intensiven Geschmack.

Alternativ kann man für kostenlose, natürliche Düngung selbstgemachte Jauche aus Brennnesseln oder kaliumreichem Beinwell verwenden.

Tomaten Pflanzen: Der einfache Guide für reiche Ernte

Handgriffe im Spätsommer und Schutz vor Braunfäule

Weitere, gezielte Pflegeschritte im Spätsommer sind für maximale Erntezeit und gesunde Pflanzen entscheidend.

Schnitte beschleunigen die Reife

Gezielte Schnitte beschleunigen die Reife und schützen außerdem vor Pilzen. Sobald die Pflanze gut gewachsen ist, entfernt man alle untersten Blätter, die den nassen Boden berühren könnten. Dort entstehen nämlich nach Regen die ersten Pilzkrankheiten.

Etwa Mitte bis Ende August schneidet man zusätzlich die Spitze des Haupttriebs mitsamt allen neuen Blüten ab. Dadurch lenkt die Pflanze ihre Energie um – statt neue Blüten zu bilden, die ohnehin nicht mehr reifen, konzentriert sie sich auf die Reife der bereits vorhandenen, noch grünen Früchte.

Schutz vor Pilzkrankheiten

Die Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans) ist die gefährlichste Krankheit im Tomatenbeet. Man erkennt sie an schnell wachsenden, braun-schwarzen Flecken auf Blättern, Stielen und Früchten, die dann verfaulen.

Vorbeugen ist dabei alles. Ein transparentes Foliendach über den Pflanzen ist die beste Schutzmaßnahme, denn Tomaten müssen von oben trocken bleiben.

Außerdem sollte man auf weiten Abstand zwischen den Pflanzen achten und regelmäßig zu dicht stehende Blätter entfernen. Dann kann nämlich Wind die Feuchtigkeit wegtragen.

Mischkultur im Gemüsebeet

Nachbarpflanzen im Beet helfen bei der Pflege. Bestimmte Pflanzen verbessern nämlich die Bodengesundheit und halten gleichzeitig Schädlinge fern.

Basilikum unter den Tomaten wehrt durch starken Duft Schädlinge ab. Auch Tagetes (Studentenblumen), krautige Petersilie, Sellerie und Knoblauch sind gute Partner.

Allerdings sollte man Tomaten niemals direkt neben oder hinter Kartoffeln pflanzen. Kartoffeln sind nämlich das primäre Ziel der Braunfäule und übertragen diesen Pilz durch Wind sofort auf Tomaten. Auch nicht neben durstige Kürbisse oder Fenchel pflanzen.

Mehr über sinnvolle Pflanzen-Kombinationen erfährst du im Artikel über Mischkultur im Gemüsegarten.

 

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